Vierter Oppenheim-Förderpreis für Multiple Sklerose beim DGN in Dresden verliehen

Auch im Jahr 2013 bildete die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie den Rahmen für die Verleihung des Oppenheim-Förderpreises für Multiple Sklerose. Ausgeschrieben wurde der Preis in diesem Jahr in zwei Kategorien: Präklinik und Klinik. Unter den insgesamt 14 eingereichten Anträgen entschieden sich der Beirat (Prof. Dr. Albert Christian Ludolph, Ulm, Prof. Dr. Wolfgang Hermann Oertel, Marburg, Prof. Dr. Heinz Reichmann, Dresden) sowie das Kuratorium (Vorsitz Prof. Dr. Hans-Peter Hartung, Düsseldorf, Prof. Dr. Frauke Zipp, Mainz, Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld, München) für zwei Projekte von jungen Forschern, die durch ihren Innovationsgehalt sowie durch ihre wissenschaftliche Kohärenz und Relevanz besonders überzeugten.

Der Preis in der Kategorie Präklinik geht nach Göttingen, Münster holt die Auszeichnung in der Kategorie Klinik

Gewinner in der Kategorie Präklinik und einer Summe von 50.000 Euro war Dr. Dmitri Lodygin, Institut für Multiple-Sklerose-Forschung Göttingen, mit seinem Forschungsprojekt “Echtzeitanalyse der Wirkung von Interleukin 17 auf die Funktion enzephalitogener T-Zellen im Verlauf der Experimentellen Autoimmunenzephalomyelitis”. Mithilfe von Intravitalmikroskopie will Lodygin den Effekt der Neutralisierung von IL-17 durch monoklonale Antikörper während der adoptiven Transfer-EAE der Lewisratte in situ untersuchen. Dabei ermittelt er, wie IL-17 erstens die Wanderung der Effektor-T-Zellen außerhalb des ZNS sowie die Durchdringung der Blut-Hirn-Schranke und zweitens die Reaktivierung der Effektor-T-Zellen im Zielorgan und Bewegung im ZNS-Parenchym beeinflusst.

In der Kategorie Klinik wurden Dr. Stefan Bittner und Dr. Petra Ehling, beide Universitätsklinik Münster, für ihr Projekt “Einfluss von Neuropeptid S auf die Funktion und Migration von T-Lymphozyten im Rahmen der autoimmunen Neuroinflammation” ebenfalls mit einem Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro ausgezeichnet. Die Wissenschaftler wollen die Auswirkungen des NPS-vermittelten Signalwegs auf Funktionen von T-Lymphozyten genauer unter die Lupe nehmen. Dabei gehen sie der Frage nach, ob das NPS-System die Immunzellmigration über die Blut-Hirn-Schranke in autoimmunen, neuroinflammatorischen Erkrankungen wie der MS und ihrem Tiermodell beeinflusst.

Die Preisträger werden ihre Projekte am 7. und 8. November 2013 im Rahmen des Research Day MS 2013 in Nürnberg vorstellen.



Verleihung des vierten Oppenheim-Förderpreises für Multiple Sklerose am 18. September im Rahmen der DGN-Jahrestagung in Dresden.
Vorne v.li: Die Preisträger Dr. Dmitri Lodygin, Göttingen, Dr. Petra Ehling und Dr. Stefan Bittner, Münster.
Hinten v. li.: Die Jury-Mitglieder Prof. Dr. Frauke Zipp, Mainz, Prof. Dr. Hans-Peter Hartung, Düsseldorf, Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld, München, sowie die Vertreter des Unternehmens Novartis Dr. Alexander Fuchs, Leiter der klinischen Forschung im Bereich Spezialitäten-Medizin, Schwerpunkt Neuroscience, und Dr. Rüdiger Merkel, Leiter des Geschäftsbereichs Neuroscience.