Spitzenforschung mit hohem Potential: Novartis verleiht den 7. Oppenheim-Förderpreis für Multiple Sklerose

Im feierlichen Rahmen des 89. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) wurde am 22. September in Mannheim zum 7. Mal der Oppenheim-Förderpreis für Multiple Sklerose verliehen. Aus insgesamt 27 Anträgen entschieden sich der unabhängige wissenschaftliche Beirat und das Kuratorium bestehend aus Prof. Dr. Sven G. Meuth, Münster, Prof. Dr. Michael Platten, Heidelberg, und PD Dr. Timo Grimmer, München, in einem zweistufigen Verfahren für jeweils ein Projekt in den Kategorien „Klinik“ und „Präklinik“. Die beiden Gewinner erhielten jeweils 50.000 Euro des insgesamt mit 100.000 Euro dotierten Preises für die Realisierung ihrer Forschungsvorhaben.

„Einzigartig“ und „top aktuell“ – Projektideen überzeugen die Jury

Der Oppenheim-Förderpreis für Multiple Sklerose 2016 in der Kategorie „Präklinik“ ging an Dr. Benjamin Schattling vom Institut für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose (INIMS) am Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg (ZMNH) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Er überzeugte die Jury mit seinem Forschungsprojekt „Axonaler Natriumeinstrom als Ursache der neuronalen Schädigung bei der Multiplen Sklerose“. Dr. Schattling wird untersuchen, welche zellulären und molekularen Mechanismen bei MS zu einer entzündungsbedingten und NAV1.2-vermittelten Zerstörung der Axone führen. Einerseits wird in vitro geprüft, wie der erhöhte Natriumeinstrom zum Energiemangel der Zellen und letztlich zum Untergang der Axone führt. Andererseits soll in vivo am neu generierten Mausmodell das neuroprotektive Potential einer spezifischen Blockade der NaV1.2-Kanäle differenziert werden, Therapieansätze für die Zukunft abzuleiten. Das Expertengremium war sich einig, dass das neu konzipierte Mausmodell mit erhöhtem axonalen Natriumeinstrom ein wissenschaftliches Alleinstellungsmerkmal darstelle. Zudem füge es sich konsequent in die bisherigen wissenschaftlichen Publikationen des Antragsstellers zur Bedeutung der Ionenkanäle bei neurodegenerativen Abläufen ein.

In der Kategorie „Klinik“ erhielt Dr. Sarah-Christin Staroßom vom Institut für Medizinische Immunologie und NeuroCure an der Charité-Universitätsmedizin Berlin den diesjährigen Oppenheim-Förderpreis für ihr Vorhaben zur „Charakterisierung der dynamischen Expression und Rolle von Chitinase-like Proteinen bei der Remyelinisierung in Multipler Sklerose“. Im Fokus des Projekts steht die Frage, ob Chitinase-like Proteine (CLP) als Signalwege einen neuen therapeutischen Ansatzpunkt zur Einleitung einer Remyelinisierung bei MS bedeuten können. Außerdem wird die Forscherin prüfen, ob CLP als Biomarker fungieren können, die eine Überwachung der Krankheitsprogression sowie das Ansprechen Betroffener auf verlaufsmodifizierende Therapien erlauben. In den Augen der Jury handelt es sich dabei um ein sehr aktuelles Thema, das durch die möglicherweise zweifache Verwendung von CLP „am Puls der Zeit“ ist und nicht nur eine hohe praktische Umsetzbarkeit aufweist, sondern auch einen guten Nutzen für Patienten.

Die Preisträger stellten ihre Projekte beim Novartis Research Day Multiple Sklerose am 26. und 27. Januar 2017 in Berlin vor.



Verleihung des 7. Oppenheim-Förderpreises für Multiple Sklerose am 22. September 2016 anlässlich des 89. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Mannheim.

Vorne mit Urkunde: Die Preisträger Dr. Sarah-Christin Staroßom, Charité-Universitätsmedizin Berlin, und Dr. Benjamin Schattling, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, mit dem Kuratorium (hinten v. li.) Prof. Sven G. Meuth, Universität Münster, Prof. Michael Platten, Universität Heidelberg, PD Dr. Timo Grimmer, Technische Universität München, Mitglied des Beirats Prof. Wolfgang H. Oertel, Universität Marburg, sowie den Vertretern des Unternehmens Novartis (v. re.) Martina Gogeißl, Therapeutic Area Head Neuroscience, Dipl. med. Anne-Kathrin Adloff, Medical Scientific Manager und Vera Giraud, Medical Scientific Manager.